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Forumeintrag
Forumarchiv
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Bernhards
Mails wegen
Israels Verhalten in
Gaza
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veröffentlicht in der Badischen Zeitung
am 11.10.2011
Israels
Siedlungspolitik
Die
Taktik ist perfide und schürt nur Empörung
Zu: "Das sieht man in Israel aber ganz
anders", Zuschrift von Michael Weiss (Forum, 14. Oktober):
Mag ja sein, dass Israel eine andere Sicht
der Dinge hat. Aber Tatsache ist, dass Israel widerrechtlich Siedlungen
in den Gebieten, die zu Palästina gehören, erstellt. Man stelle sich
vor: Deutschland würde mit Unterstützung der Bundesregierung im Elsass
neue Dörfer erbauen, um Deutsche dort unterzubringen! Wer würde sich
wundern, wenn sich Frankreich wehrte? Wo ist der Unterschied zu Israels
Besatzungspolitik?
Wenn Israel wirklich an einer Befriedung der Lage läge, würde es die
Realität in Palästina anerkennen und nicht Abbas für die Hamas
verantwortlich machen. Man könnte ja auch Friedensfühler zur Hamas
ausstrecken und erkunden, inwieweit dort eine Annäherung möglich wäre.
Tut man nicht, weil man nicht will.
Nein, Israel akzeptiert die Zweistaatenlösung der UN nicht. Es will
Tatsachen schaffen, aufgrund derer irgendwann für Palästina kein Gebiet
mehr übrig bleibt. Die Regierung unterstützt den Siedlungsbau in den
palästinensischen Gebieten mit Geld und Militär. Das ist Unrecht, das zu
Empörung führt und die Gewalt der Hamas gebiert. Diese Art
Siedlungspolitik konnte man in Jugoslawien verfolgen, als Tito die
Serben überall hinziehen ließ. Die Taktik macht China in annektierten
Gebieten, wie Tibet. Und sie schwebte Hitler vor, als er "Lebensraum im
Osten" forderte. Diese Taktik ist perfide und muss von der UNO verboten
werden. Auch für Israel!
Bernhard Rawer, Ettenheim
(Antwort
von Herbert Binninger am 26.10.2011)
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Seher-Brief an Anne Will am
11.01.09 (Ohne
Antwort)
Sehr geehrte Frau Will,
ich weiß ja, auf diesen Ihren Posten kommt man nicht, wenn man aneckt,
wenn man sich nicht stromlinienförmig zeigt. Leider habe ich in letzter
Zeit immer mehr den Eindruck, dass Sie sich von der Politik - bewusst
oder unbewusst – beeindrucken lassen. Jedenfalls bekommen in Ihrer
Sendung Regierungsvertreter, vor allem aus der CDU oder CSU, in letzter
Zeit mehr Redezeit als die anderen Teilnehmer. Vielleicht auch nur, weil
Sie sich scheuen, Minister o. ä. zu unterbrechen. Ich gebe ja zu, die
haben eine Art, das Wort an sich zu reißen und über Einwürfe
hinwegzugehen, die es bestimmt nicht leicht macht, sie zu stoppen.
Was ich aber ganz schlimm finde, ist die Tatsache, dass Sie heute Abend
statt mit Sumaya Farhat-Naser zu diskutieren, über das ach so aktuelle
Thema Selbsttötung diskutieren wollen. War denn der Druck der Regierung
auf Sie so groß, dass Sie es nicht wagten, der Kanzlerin zu widerstehen,
die ja die Schuld für den derzeitigen Rachefeldzug der Israelis gegen
die immerhin frei gewählte Hamas-Führung in Gaza öffentlich eben dieser
Hamas zugeschrieben hat?
Ich meine, Journalisten (bitte die französische, originale, im Deutschen
übliche Aussprache, nicht die englische, scheußliche!) müssen mutig sein
und in einem solche Konflikt beide Seiten zu Wort kommen lassen. Das ist
in Ihrem Medium und mit Ihrer Sendezeit ganz wichtig, da Sie mit dieser
Sendung im wahrsten Sinne des Wortes Volksbildung betreiben. Leider
verkommt das immer wieder zu Un-Bildung, denn wie soll der Bürger sich
eine objektive Meinung bilden, wenn er immer nur von einer Seite hört?
Das gleiche unselige Spiel betreiben ja derzeit die Berichterstatter aus
diesem Krieg (wie schon aus dem 2. Irak-Krieg), indem sie immer nur die
Gräuel der Raketenopfer in Israel zeigen, nicht aber die Gräuel, die die
israelische Armee derzeit vollführt.
Umso wichtiger wäre die Ausstrahlung der für heute angesetzten
Diskussion gewesen! Ich werde mir jedenfalls die Diskussion über
Selbstmord heute Abend bestimmt ersparen.
Mit freundlichen Grüßen
Bernhard Rawer, Nordweil
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Mail an die
Bundeskanzlerin
am 02.01.09
Sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin,
hiermit wehre ich mich gegen Ihre öffentlich gemachte Schuldzuschreibung
an die Hamas wegen der massiven israelischen Luftangriffe auf den
Gazastreifen, bei dem schon weit über 300 Menschen den Tod fanden,
darunter viele Kinder und unbeteiligte Zivilisten.
Es kann nicht sein, dass Deutschland - und dafür sprechen Sie ja derzeit
- die Schuld nur bei der Hamas sucht und die jahrzehntelange
Unterdrückung der Palästinenser durch Israel nicht einbezieht.
Es ist auch nicht hinnehmbar, dass Israel die durch Wahlen gewonnene
Herrschaft der Hamas nicht akzeptiert. Durch Ihre Äußerung unterstützen
Sie diese Haltung Israels, obwohl es doch ganz bestimmt mit ihrer
Besatzungspolitik dazu wesentlich beigetragen hat, dass die Hamas bei
Wahlen so hoch gewinnen konnte. Wie bitte soll sich denn ein
unterdrücktes Volk gegen eine Besatzungsmacht wehren, die ihm
willkürlich die Lebensgrundlage abschneidet?
Und argumentieren Sie bitte nicht, diese Wahlen in Gaza seinen
undemokratisch gewesen, weil die Hamas Druck auf die Bevölkerung gemacht
habe. Da müssten wir wohl manche Wahlen in der Welt nicht akzeptieren,
bei denen leider immer wieder Druck auf Wähler ausgeübt wird.
Sie haben mit Ihrer Schuldzuweisung jedenfalls nicht für mich gesprochen
und ich denke, ich bin mit dieser Meinung nicht alleine.
Mit freundlichen Grüßen
Bernhard Rawer

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